Ein Ort heißt seinen Jungpriester willkommen

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Schon einige Mal hat es wohl in Österreich den Fall gegeben, dass zwei junge Männer aus derselben Familie der Berufung zum Priester gefolgt sind. Dass zwei Brüder – wie im Fall von Bernd und Jörg Wegscheider aus unserer Pfarre – binnen zwei Jahre allerdings diesen Weg beschritten haben, ist aber sicherlich eine kleine Sensation.
 

So rüstete sich eine Woche nach der Priesterweihe von Bernd Wegscheider im Klagenfurter Dom der ganze Ort St. Marein, um dem Primizianten am Vorabend des 30. Juni vor der Pfarrkirche einen würdigen Empfang zu bereiten. Feuerwehr, Kameradschaftsbund, Dorfgemeinschaft, Vertreter der Volksschule und Neuen Mittelschule St. Marein sowie der Stadtgemeinde Wolfsberg – alle waren sie gekommen, um Bernd Wegscheider einen würdigen Empfang zu bereiten. Sehr persönlich waren die Ansprachen von Pfarrer Andreas Stronski und Eva Fritzl als Obfrau des Pfarrgemeinderates an den jungen Geistlichen. Stadtrat Jürgen Nickel überbrachte nicht nur die offiziellen Glückwünsche der Stadtgemeinde Wolfsberg, sondern ließ auch einige persönliche Momente mit Bernd aus der Vergangenheit Revue passieren. Dorfgemeinschaft-Obmann Ferdinand Schwaiger brachte in einer pointierten Rede die Freude des gesamten Ortes über diese neuerliche Berufung zum Ausdruck und sah es augenzwinkernd nun es als Aufgabe unseres Ortspfarrers, „bald wieder für priesterlichen Nachwuchs zu sorgen“. Musikalisch gestaltet wurde der Empfang von den Kindern der VS St. Marein, der Jagdhornbläsergruppe und einem Solo durch NMS-Direktor Arthur Radl. Anschließend feierte Bernd Wegscheider in der Pfarrkirche eine stimmungsvolle Vesper und spendete den Primizsegen. Übrigens eine Handlung, die ihn noch bis späten Abendstunden beschäftigen sollte. Für die Pfarrgemeinde gab es indessen im Pfarrhof zur Stärkung eine Agape.

Die erste Messe im Heimatort

Herrliches Frühsommerwetter verkündete schon am frühen Morgen der Primiz in St. Marein: Heute ist ein
großer Festtag nicht nur für die Pfarrgemeinde, sondern für viele Menschen aus dem ganzen Lavanttal, der Steiermark und vielen Teilen Kärntens. Alle waren sie nach St. Marein gekommen, um Bernd Wegscheider bei seiner ersten Messe in seinem Heimatort beizuwohnen und auch den Primizsegen zu empfangen. Der Startschuss für diesen besonderen Tag im Leben von Bernd Wegscheider erfolgte dort, wo er aufgewachsen war – bei seinem Elternhaus. Im Festzug, musikalisch angeführt von der Bergkapelle St. Stefan, ging es nach dem Empfang des elterlichen  Segens durch das Dorf zum Festzelt, das sich schließlich bis zum letzten Platz füllen sollte. Obwohl im Nachhinein Bernd Wegscheider augenzwinkernd anmerkte, „als Neupriester während der Messfeier noch etwas auf Sicht zu fahren“ feierte er gemeinsam mit seinen Gästen eine sehr stimmungsvolle Feier, die von den Gesängen des Kirchenchores St. Johann und der Bergkapelle St. Stefan begleitet wurde. Als Primizprediger hatte sich der junge Priester den Steirer Konrad Sterninger gewünscht, der die Besonderheiten des Priesteramtes beleuchtete. Von unserem Ortspfarrer Andreas Stronski erhielt „Wegi“, wie er in den vielen Jahren seiner Tätigkeit als Ministrant und der Pfarrjugend genannt wurde, ein Kreuz, bei welchem er täglich für weitere geistliche Berufungen aus dem Pfarrgebiet beten solle. Übrigens ein Kreuz mit „Wandercharakter“, hatte zuvor für zwei Jahre sein Bruder Jörg diese Aufgabe erhalten. Bernd Wegscheider: „So einfach wie mein Bruder werde ich es mit einem weiteren Priester aus unserer Pfarre nicht haben, aber ich werde mein Bestes geben.“ Nach dem Gottesdienst folgte der gemütliche Teil, bei dem sich die Anwesenden stärken und die Feierstimmung genießen konnten. Für den Primizianten selbst begann dieser Teil etwas später, denn schier nicht enden wollend war die Schlange jener Gläubigen, die in der Pfarrkirche von Bernd Wegscheider den Primizsegen empfangen wollen.

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