Filialkirche Reisberg

Ein beachtenswertes Kleinod am Westhang der Saualpe

Filialkirche St. Peter und Paul (© Foto%3A Prof. Mag. Josef Barth)

Filialkirche St. Peter und Paul (© Foto: Prof. Mag. Josef Barth)

Die Filialkirche St. Peter und Paul am Reisberg

Die Gegend am Reisberg ist urzeitliches Siedlungsgebiet. Darauf weisen Funde aus der Jungsteinzeit hin. Auf der, die Kirche überragenden Bergkuppe stand wahrscheinlich schon in römischer Zeit ein Heiligtum des  „Ianus Geminus“. Ein in der Burgruine gefundener Weihealtar gibt darüber Aufschluss. Eine Burg „Risperc“ an dieser Stelle ist urkundlich 1197 erwähnt. Anfang des 13. Jahrhunderts kam sie an die Salzburger Erzbischöfe und war danach mehrmaligem Besitzerwechsel unterworfen. Die Filialkirche St. Peter und Paul ist die einstmalige Burgkapelle. Im Kern romanisch-gotisch, wurde sie später verändert. 1560 sind bereits zwei Kirchen am Reisberg genannt und 1568 wird St. Peter und Paul sogar als eigene Pfarre bezeichnet, scheint allerdings 1616 schon wieder als Filialkirche von St. Marein auf. An der Außenmauer finden sich ein römerzeitliches Grabbaurelief sowie eine Schreiberdarstellung. Der Hochaltar setzt sich aus Teilen des 17. bis 19. Jahrhunderts zusammen. Anstelle des sich nun im südlichen Seitenschiffes der Pfarrkirche zu St. Marein befindlichen Hochaltarbildes (Schlüsselübergabe durch Jesus an Petrus) befindet sich einen Petrusstatue aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Altarschrein. Zwei Engel über den Opfergangsportalen ergänzen den figuralen Schmuck, der durch die in der Chronik  erwähnten Diebstähle sehr gelitten hat. Der linke Seitenaltar zeigt den hl. Martin, Almosen verteilend, rechts die Steinigung des hl. Stephanus. Beide Altäre entstanden wohl in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, wobei einige Teile wahrscheinlich aus dem 17. Jahrhundert stammen. Eine Madonna mit geschnitztem Strahlenkranz und eine Statue des heiligen Josef mit Jesuskind im Arm sind weitere beachtenswerte Kunstwerke. Die spätbarocke Kanzel zeigt die Szene der Heimsuchung Marias (Maria trifft auf Elisabeth). Der auf der Darstellung sichtbare Obelisk kann als Sinnbild Gottes beziehungsweise des Glaubens gelten. Am Kanzeldeckel findet sich neben Flammenvasen eine weibliche Statue, die mit Kreuz und Kelch als Sinnbild des Glaubens darstellt.
Beachtenswert ist auch ein in der Sakristei hängendes Bild des Heiligen Hauptes, das, frei nach dem Klagenfurter Vorbild geschaffen, in seiner Ausdruckskraft das Original übertrifft. Besonderer Erwähnung ist auch die Orgel würdig, die noch mit einem original zu tretenden Blasbalg ausgestattet ist, mittlerweile aber durch einen elektrischen Blasbalg ersetzt wurde. Das Patrozinium feiert die Filiale am ersten Sonntag im Juli, kurz nach dem Fest der Apostelfürsten Petrus und Paulus. Weitere Gottesdienste finden an den Hochfesten sowie einmal monatlich statt. Modernste Sicherheitseinrichtungen schützen den Kirchenraum vor Diebstahl. Aus diesem Grunde können Sie das Gotteshaus außerhalb der Gottesdienste nur nach Vereinbarung mit dem örtlichen Mesner betreten.

Um die Filialkirche herum befindet sich ein eigener Friedhof, dessen Gräber liebevoll geschmückt und gepflegt werden.

Als Mesner und Ansprechpartner für die Kirche fungiert Peter Rabinig, Wirt im nahegelegenen Gasthaus Rabnig. Er vertritt mit Eduard Steiner die Filiale Reisberg auch im Pfarrgemeinderat. Sie erreichen ihn unter der Telefonnummer (04352)81157oder via E-Mail Peter.Rabinig@gmx.at.