Firmung als bewusste Entscheidung für ein Leben mit Gott

Taufe, Eucharistie und Firmung als Wegetappen zum mündigen Christsein

Firmung Sankt Marein

Christsein beginnt mit der Taufe, die bei uns meist im Säuglingsalter erfolgt. Die Taufe ist zentraler Bestandteil des christlichen Aufnahmeritus in die eine Kirche als Gemeinschaft aller, die an Jesus Christus glauben. Wir kennen solche Aufnahmeriten auch aus anderen Zusammenhängen. Zu einer bestimmten Gruppe gehört ein bestimmter Ritus, um in sie aufgenommen zu werden. Sie ist die erste Etappe des Weges, mündiger Christ bzw. mündige Christin zu werden. Dieser Weg ist ein Prozess, der sich über mehrere Jahre, im günstigsten Falle sogar über das ganze Leben des Christen erstreckt.

Das Christentum und vor allem der Gottesdienst am Sonntag, die Feier der Auferstehung Jesu an Ostern, an die wir am Sonntag als Christen denken, leben von Ritualen, die auch andere Lebensbereiche bestimmen. Zur Liebe gehört der Kuss, zum Fußball der Pokal, die Schlachtrufe und der Schal, also eine bestimmte Kleidung.

Nicht "ich bin Christ", sondern "ich werde Christ"

Auf diesem Weg der Christwerdung bin ich nicht alleine: Im Säuglingsalter stehen dem Täufling Eltern und Paten zur Seite mit ihrem Glaubensbekenntnis, "Ich glaube an Gott, …", das der Säugling Gott noch nicht zuzurufen vermag. Die frühe christliche Kirche spendete aus diesem Verständnis heraus Taufe, Kommunion und Firmung zusammen. Alle drei Sakramente (also Zeichen dafür, dass Gott uns zu einem bestimmten Zeitpunkt besonders nahe ist) sind  entscheidende Wegetappen einer sich entwickelnden und formenden Christusbeziehung.

  • In der Kindertaufe wird deutlich, dass Gott uns schon von Beginn des Lebens an mit seinem Segen und seiner Liebe begleitet. Aufgabe der Eltern, Paten und Familie ist es, dem Kind im Laufe der Jahre diese Liebe Gottes erfahrbar werden zu lassen. Im Gebet, im bewussten Feiern der christlichen Feste und in religiösen Erfahrungen des Alltags kann dies einem Kind vertraut werden.
  • In der Kommunion spüren wir in der Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu am Gründonnerstag, dass wir zusammengehören, dass wir mit Christus persönlich verbunden sind.
  • In der Firmung sprechen wir das persönliche Credo, das Versprechen, den persönlichen Lebensweg mit dem Jesu Christi zu verbinden, nach Kräften die zehn Gebote zu halten, mit unseren Mitmenschen und uns selber gut und achtsam umzugehen, die Umwelt zu schützen und nicht für eigene Zwecke selbstsüchtig zu verbrauchen. Dazu stärkt Gott uns mit seinem Geist.

BeGEISTert von der Liebe Gottes

In der Firmung wird der Christ „mit dem Heiligen Geist beschenkt“, d.h. er lässt sich von der Liebe Gottes innerlich beGEISTern, von der Leidenschaft Gottes und seinem Einsatz für eine gute und bessere Welt „anstecken“... ein Geschehen, dass nach Möglichkeit wie ein Funke auf andere überspringen soll, da sich der Christ weniger an seinen Worten als nach seinen (guten) Taten messen lassen soll. Beispiele für das, was "Geist" bedeutet, sind zum Beispiel unsere positiven Gefühle, die wir für jemanden ganz Besonderen empfinden, eine gute Idee, eine Überraschung, ein Glücksgefühl ... .

Mündige Christen…

Die Firmung ist das Sakrament des Wachstums und des Fortschritts im Leben des Glaubens. Bekommen wir durch die Taufe „neues Leben“ durch Christus, so wird dieses durch die Firmung gestärkt. Die Firmung macht Christen mündig und befähigt sie zum Kampf gegen Trägheit und Unordnung im eigenen Inneren und zum offenen Bekenntnis des Glaubens nach außen. Jeder Glaubende wird zum Verkünder des Evangeliums in der Welt: im Beruf, in Politik, Familie und Gesellschaft, auf der Straße und in der Kirche.

Der Apostel Paulus sagt uns in seinem Brief an die Galater, was der Geist vollbringt: „Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung“ (Gal 5,22 f.).  In Anlehnung an Jesaja 11,1–3 spricht man oft von den „sieben Gaben des Heiligen Geistes“: Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Furcht des Herrn. Sie sind Ausdruck eines reifen, mündigen Glaubens.

Verantwortung übernehmen

Bei der Firmung übernehmen nicht mehr die Eltern, Paten oder die Gemeinde die Glaubensentscheidung; der Firmling muss jetzt seine persönliche Entscheidung für Christus fällen und vor Gott und der Gemeinde bekennen. Das ist die Voraussetzung, dass die Firmung – wie oben erklärt – sich auswirken kann. Darum wirkt auch die Firmung nicht automatisch. Sakramente sind kein „Sesam öffne dich“, sie fordern unser Mittun. Nicht ohne uns, mit uns arbeitet Gott. Wenn wir uns seinem Willen verschließen, kann er an uns nicht handeln.

Firmvorbereitung als Begleitung im Leben und Glauben

In der Firmvorbereitung wollen wir als Pfarrgemeinde die Jugendlichen hinführen zu diesem Verständnis der Firmung und sie offen und beGEISTert machen für das Wirken des Heiligen Geistes, damit sie voll Lebenskraft und Freude lebendige Zeugen der befreienden und frohmachenden Botschaft Jesu werden.

Für die Firmlinge unserer Pfarre gibt es heuer eine Neuerung: Wir haben auf unserer Website ein internes Online-Forum eingerichtet, wo sich die Firmlinge mit ihren Firmbegleitern und Pfarrer Andreas Stronski austauschen können.